|
Der
7.Internationale akzept-Drogenkongress in Jena liegt hinter
uns.
Von Teilnehmern und Referenten kamen mehrheitlich positive Rückmeldungen
was Programmangebot und die einzelnen Veranstaltungen angeht. Das
Klima wurde als fruchtbar und kommunikativ empfunden.
In der AKZEPTANZ 2/2002 sind 13 Beiträge zum 7.Internationalen
akzept-Drogenkongress 2002 in Jena erschienen.
Das Heft ist für 10.00 € incl. Versand zu bestellen bei:
akzeptbuero@yahoo.de
Hier
die Pressemitteilung zum Abschluss des Kongresses:
"Einstieg in den Ausstieg aus der Drogenprohibition von Drogenfachleuten
gefordert"
Auf dem 7. Internationalen Drogenkongress in Jena, veranstaltet
vom "Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und
humane Drogenpolitik, akzept e.V.," forderten die 250 TeilnehmerInnen
die Koalitionsparteien auf, endlich einen Einstieg in den Ausstieg
aus der Prohibition einzuleiten und dafür konkrete Schritte
im Koalitionsvertrag vorzusehen. Der Verbandsvorsitzende Edwin
Scholz sagte dazu: "Wir erwarten eine Modernisierung auch
der Drogenpolitik, die den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung
trägt. Die große Verbreitung des Cannabiskonsums kann
nicht mit mittelalterlich anmutenden Verbotsstrategien eingedämmt
werden. KonsumentInnen von Drogen dürfen nicht mehr für
den Besitz von Drogen zum Eigenbedarf strafrechtlich belangt werden.
Darüber hinaus müssen auch die Weichen für legale
Abgabemodalitäten gestellt werden. Dies selbstverständlich
unter Berücksichtigung von Jugend- und Verbraucherschutzbestimmungen.
Vorbilder für solche Modernisierungen in Europa bilden dabei
die Gesetzesvorlagen aus der Schweiz und die über zwanzigjährigen
Erfahrungen mit einer "strafrechtsarmen" Drogenpolitik
in den Niederlanden." Es komme darauf an, den Gebrauch von
Drogen auch als Ausdruck des Lebensstils anzuerkennen, dort zu
helfen wo Probleme entstehen und im übrigen die Anstrengungen
für eine Aufklärung der breiten Bevölkerung zu
vervielfachen.
Die TeilnehmerInnen aus 7 Ländern und unterschiedlichsten
Professionen (Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Betroffene,
Eltern- und Angehörigenvertreter) diskutierten unter dem
Motto "Come together. Inspirationen, Werkzeuge, Visionen"
drei Tage lang über eine Verbesserung der Hilfeangebote für
Drogenabhängige:
- Welche
Hilfen sind erfolgreich, welche Methoden haben sich in der Praxis
bewährt?
- Welche
fachlichen Innovationen sind nötig?
- Welche
drogenpolitischen Veränderungen müssen erfolgen?
Deutlich wurde auf dem Kongress, dass nur eine Vielzahl von Hilfeangeboten
den unterschieden Problemlagen Betroffener gerecht werden kann,
dass sie aber in den Hilfeprozess aktiv mit einbezogen und ihnen
Unterstützung bei der Selbsthilfe- und Selbstorganisation gegeben
werden muž. Deutlich wurde zugleich aber auch, dass der Finanznot
der Kommunen und Lnder vor allem auf Schadensminimierung abzielende
Hilfeangebote zum Opfer fallen - und dies bundesweit. Das hat eine
Verschlechterung des Hilfeangebots und des Zugangs zu Betroffenen
zur Folge (z.B. durch Wegfall von Spritzentausch, Kontaktläden
und Beratungsangebote) - die daraus entstehenden sozialen aber auch
gesundheitlichen Probleme der Betroffenen werden aber mittelfristig
die Haushalte wieder belasten und zwar stärker als zuvor. Daher
warnen die Fachleute vor übereilten und kurzfristigen Mažnahmen!
Jena/Berlin, 29.09.02
Dr. Heino Stöver,
Universitt Bremen |
|
|